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Interview mit Sandro Widmer - OKB

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Interview mit Sandro Widmer

«Der Bankrat und die Geschäftsleitung wollen eine gelebte Nachhaltigkeitsstrategie. Keinen Papiertiger. Deswegen muss es uns gelingen, bei allen Mitarbeitenden ein Grundverständnis für Nachhaltigkeit zu entwickeln.»

 

Sandro Widmer, Nachhaltigkeitsverantwortlicher OKB
Sandro Widmer: «Wir sind fest mit dem Kanton verwurzelt. Kennen unsere Kundschaft und Partnerunternehmen gut. Bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie sind diese Gegebenheiten äusserst hilfreich.»

Sandro Widmer, seit dem 1. November 2022 sind Sie als Nachhaltigkeitsverantwortlicher der Obwaldner Kantonalbank im Amt. Ihr erstes Fazit?
Ich habe eine sehr spannende Aufgabe übernommen. Nachhaltigkeit ist ein umfassendes Thema, mit dem sich glücklicherweise viele Menschen in unserer Gesellschaft aktiv auseinandersetzen. Ein Thema, mit dem ich mich bereits als Produktmanager im Anlagebereich und als Leiter der Nachhaltigkeitskommission der Obwaldner Kantonalbank intensiv befasst habe. Mit einem festen Arbeitspensum von achtzig Prozent kann ich mich nun voll und ganz der Nachhaltigkeit widmen. Die Ende 2022 neu geschaffene Stelle zeigt, wie wichtig der Obwaldner Kantonalbank das Thema «Nachhaltigkeit» ist. Auch in der neuen Bankenstrategie 2022+ ist die Nachhaltigkeit ein wichtiger Bestandteil.

Sie sprechen die fünfköpfige Nachhaltigkeitskommission an. Mit welchen Themen hat sie sich im 2022 befasst?
Mit der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Mit den Fragen, wie wir mehr Transparenz nach aussen erreichen und wie wir die Strategie bankintern und somit in den Köpfen der Mitarbeitenden verankern. Natürlich haben wir auch den Markt beobachtet. Geschaut, wo Kooperationen möglich sind, die zur Obwaldner Kantonalbank passen. Wie nachhaltiges Tun rapportiert wird. Ein grosses Thema ist der Nachweis von CO²-Emissionen. Um diesen Nachweis überhaupt erbringen zu können, müssen wir die Grundlagen für die Datenerhebung zuerst aufbauen. Zum Beispiel müssen wir schauen, wie wir die CO²-Emissionen unseres Bankbetriebs messen. Erst wenn wir diese Daten haben, können wir uns konkrete Ziele setzen. Den zeitlichen Aufwand für das Schaffen einer fundierten Basis für ein aussagekräftiges Reporting haben wir unterschätzt.

Worauf fokussieren Sie sich derzeit?
Auf das Kanalisieren des Vorhandenen. Sprich: Ich nehme die Inventur über das bereits bestehende nachhaltige Wirken unserer Bank auf. Ordne die einzelnen Themen und Anforderungen ein und nehme eine Priorisierung vor. Die Nachhaltigkeitsstrategie bildet dabei die Grundlage meiner Arbeit und ist auch bezüglich Weiterentwicklung der Obwaldner Kantonalbank die Richtschnur für die Nachhaltigkeitskommission. Hinzu kommen neue Regulierungen und Standards, die analysiert und umgesetzt werden müssen.

Welche weiteren nachhaltigen Neuerungen nebst Ihrer neuen Stelle hat die Obwaldner Kantonalbank 2022 geschaffen?
Wir lancierten im Finanzierungsgeschäft von Immobilien den Umwelt-Bonus, der eine nachhaltige Bauweise belohnt. Und im Anlagebereich die Anlagelösung Service-Set Vermögensverwaltung ESG. Deren Fonds unterliegen einer systematischen ESG-Selektion mit Nachhaltigkeitsziel-Rating AA. Zudem vergaben wir im Dezember erstmals den OKB Förderpreis für nachhaltiges Engagement mit einem Preisgeld von total 35’000 Franken. Mit diesem Preis würdigen und fördern wir Projekte mit einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnis.

Wie weit, wenn überhaupt, ist die regionale Geschäftstätigkeit ein Pluspunkt in der Nachhaltigkeit?
Ich erachte sie als unsere grosse Stärke. Wir sind fest mit dem Kanton verwurzelt. Kennen unsere Kundschaft und Partnerunternehmen gut. Bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie sind diese Gegebenheiten äusserst hilfreich.

Mit welchen Projekten werden Sie sich 2023 vor allem befassen?
Wir werden weiter an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie arbeiten, einen Vorschlag der künftigen Art und Weise unseres Reportings ausarbeiten und uns der von der Schweizerischen Bankiervereinigung vorgegebenen Selbstregulierungen bei Finanzierungs- und Anlageberatungen annehmen. Zudem werden uns Produktanpassungen, die Schulung von Mitarbeitenden und die Verankerung der Strategie für eine lebendige Nachhaltigkeit beschäftigen. Es gibt viel zu tun.

Was erachten Sie als die grösste Herausforderung in Ihrem Job?
Die Priorisierung ist sehr wichtig. Und die richtigen Entscheidungen beim Festlegen der Stossrichtung zu treffen. Nur wenn die Stossrichtung stimmt, leben wir als Unternehmen Nachhaltigkeit wirkungsvoll und glaubwürdig. Der Bankrat und die Geschäftsleitung wollen eine gelebte Nachhaltigkeitsstrategie. Keinen Papiertiger. Deswegen muss es uns gelingen, bei allen Mitarbeitenden ein Grundverständnis für Nachhaltigkeit zu entwickeln. Ein Grundverständnis, das auf einheitlichen Werten und Verständnissen aufbaut. Das ist ein langfristiges Unterfangen, ein paar Schulungen reichen dazu nicht aus.

Sie erachten das Schaffen eines kollektiven Grundverständnisses als generelle Herausforderung?
Ja. Nachhaltigkeit ist ein derart umfassendes Thema. Bereits bei den ESG-Standards, also den Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und der Unternehmensführung, scheiden sich die Geister. Hinzu kommt die Tatsache, dass Nachhaltigkeit ein emotionales und kontroverses Thema ist. Vom Strategiepapier zur 1:1 nach Strategie gelebten Nachhaltigkeit ist es ein riesiger Schritt. Alles von heute auf morgen umzusetzen, ist unmöglich. Aber wir sind Schritt für Schritt unterwegs zu einer intern gelebten Nachhaltigkeit, die auch nach aussen überzeugt.


(Das Interview mit Sandro Widmer wurde im Geschäftsbericht 2022 publiziert.)

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