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5. Oktober 2020

Corona-Krise und US-Wahlen beschäftigen Anleger

Die Weltwirtschaft setzt ihren Erholungspfad fort, obschon die wirtschaftliche Erholung zusehends an Kraft verliert. Die staatlichen Hilfsprogramme dürften bis weit ins nächste Jahr aufrechterhalten bleiben. Auch die US-Wahlen beschäftigen die Finanzmärkte.

Manred Iten, Stv. Leiter Private Banking, OKB
Autor: Manfred Iten, Stv. Leiter Private Banking, Obwaldner Kantonalbank

Wirtschaftliche Erholung verliert an Kraft
Die gute Nachricht vorneweg: Die Weltwirtschaft setzt ihren Erholungspfad aus der tiefen Delle der Coronakrise fort. Das Wachstum im 3. Quartal dürfte ohne Zweifel stark positiv ausfallen und einen Teil des Rückgangs der beiden vorangegangenen Quartale wieder aufholen. Dennoch dürfte in den meisten Volkswirtschaften auch Ende 2021 immer noch eine Lücke zum Vorkrisenniveau klaffen. Die weniger gute Nachricht lautet, dass die kräftige wirtschaftliche Erholung, welche in den Monaten unmittelbar nach der Aufhebung des wirtschaftlichen Lockdowns einsetzte, zusehends an Kraft verliert. Dies belegen die aktuellen wirtschaftlichen Daten. So haben sich die monatlichen Zuwachsraten bei Produktion, Konsum und Handel zuletzt deutlich reduziert. Dies hat damit zu tun, dass einerseits die Nachholeffekte aus der Zeit des Lockdowns nun weitgehend ausgeschöpft sind und andererseits einzelne Branchen, wie Tourismus, Kultur und Sport, unter den anhaltenden und teilweise wieder verschärften Kontakt- und Bewegungseinschränkungen infolge der zweiten Pandemiewelle stark leiden. Eine vollständige Rückkehr der wirtschaftlichen Aktivitäten auf das Niveau von vor der Coronakrise wird ohne Impfstoff deshalb kaum möglich sein.

Arbeitsmarkt als Seismograf der Krise
Besonders auf den Arbeitsmärkten machen sich die grossen Herausforderungen, die sich bei der Bewältigung der Coronakrise zeigen, unverblümt bemerkbar. In den USA ist die Arbeitslosenrate gleich zu Beginn der Krise drastisch nach oben geschnellt. Inzwischen hat sie sich zwar rascher als erwartet zurückgebildet, sie liegt aber immer noch weit über dem Vorkrisenniveau. In Europa ist es dank der Möglichkeit von Kurzarbeit und längerer Kündigungsfristen bislang nur zu einem geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen. Dabei handelt es sich lediglich um einen aufgeschobenen Effekt, da sich die ökonomische Situation der europäischen Unternehmen nicht von derjenigen in den USA unterscheidet. Die Arbeitslosigkeit dürfte deshalb auch in unseren Breitengraden mit Verzögerung steigen. Um die negativen Effekte der steigenden Arbeitslosigkeit auf die Haushaltseinkommen und die Konsumtätigkeit möglichst abzufedern, bleibt es unabdingbar, dass die Fiskal- und Geldpolitik die wirtschaftliche Erholung weiterhin grosszügig alimentiert. 

Geld- und Fiskalpolitik gefordert
Die Notenbanken lassen keine Zweifel aufkommen, dass sie das geldpolitische Gaspedal weiterhin voll durchgedrückt halten, um die wirtschaftliche Gesundung zu unterstützen. So hat die US-Notenbank mit ihrer neuen Forward Guidance die Nullzinspolitik auf Jahre hinaus zementiert. Sie liefert damit eine Steilvorlage für alle anderen Notenbanken, die dadurch einen grösseren Spielraum erhalten, um ihre expansive Geldpolitik noch lange Zeit fortzuführen oder gar noch zu verstärken. So wird an den Finanzmärkten damit gerechnet, dass sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bank of England ihre quantitative Lockerungspolitik nochmals ausweiten. In der Fiskalpolitik dürften die meisten Länder ihre staatlichen Hilfsprogramme bis weit ins nächste Jahr hinein aufrechterhalten. 

Finanzmärkte sorgen sich um die US-Präsidentschaftswahl
An den Finanzmärkten ist es in den letzten Wochen zu erhöhter Volatilität und Kursrückschlägen gekommen. Neben der Sorge wegen steigender Neuinfektionen und der Furcht vor einem erneuten Lockdown ist ein weiterer gewichtiger Unsicherheitsfaktor ins Blickfeld der Investoren gerückt. Anders als üblich sorgen sich die Finanzmarktakteure dieses Jahr nicht nur um den Ausgang der US-Wahlen an sich, sondern um die Wahl selbst. So gibt es grosse Befürchtungen, dass der Wahlausgang umstritten sein und kein rasches Wahlergebnis vorliegen wird. Nachzählungen und potenzielle Gerichtsprozesse könnten wochenlange Verzögerungen mit sich bringen und sogar einen geordneten Machtwechsel infrage stellen.

 

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