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14. April 2022

Energie- und Rohstoffpreise sind weiterhin hoch

Aufgrund der weiter ansteigenden Teuerung müssen die Leitzinsen rasch erhöht werden.


Ukraine-Krieg als Zeitenwende
Die brutale Invasion Russlands in der Ukraine stellt eine Zeitenwende dar. Die politischen Auswirkungen dieses Angriffskriegs dürften die Weltgemeinschaft über Jahre hinaus beschäftigen und grosse strukturelle Veränderungen politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Art anstossen. Die Globalisierung wird dadurch weiter zurückgedrängt. Unabhängigkeit, Selbstversorgung und Diversifikation der Lieferketten werden ökonomische und politische Entscheidungsprozesse dominieren. Höhere Verteidigungsausgaben und der rasche Ausbau alternativer Energieträger werden bedeutende finanzielle Ressourcen absorbieren und Staatshaushalte, die durch die Pandemie bereits stark strapaziert wurden, nochmals belasten. Zudem sorgen Deglobalisierungstendenzen für steigende Kosten, tendenziell tiefere Gewinnmargen der Unternehmen sowie für eine strukturell höhere Inflationsrate als in den letzten Jahren.

Wirtschaftliche Verlangsamung
Um die Auswirkungen auf Wachstum und Inflation abschätzen zu können, ist der weitere Kriegsverlauf entscheidend. In unserem Szenario mit der höchsten beigemessenen Wahrscheinlichkeit rechnen wir mit einem andauernden, aber nicht weiter eskalierenden Krieg in der Ukraine. NATO-Streitkräfte greifen nicht ins Kriegsgeschehen ein und es kommt zu keinem dauerhaften Unterbruch der Energielieferungen von Russland in die EU. Dies ist bedeutsam, weil die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges auf den Rest der Welt primär über die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise spürbar werden. Gemessen an seiner Wirtschafskraft ist Russland global unbedeutend, als Produzent und Exporteur von Energie- und Rohstoffen jedoch ein Schwergewicht. Die EU ist stark von Russland abhängig, bezieht sie doch über 40 Prozent des Erdgases, rund ein Viertel des Erdöls und fast die Hälfe ihrer Kohle aus Russland. Ein Unterbruch der Energielieferungen wäre ökonomisch so gravierend, dass in der EU mit einer Rezession gerechnet werden müsste.

Anhaltend hohe Energie- und Rohstoffpreise sorgen im Hauptszenario für eine spürbare Verlangsamung der Weltwirtschaft, die vor Kriegsausbruch ansprechend unterwegs war und vom Abbau der restriktiven Coronamassnahmen profitieren sollte. Wir rechnen mit einer um 0,5 Prozentpunkte tieferen Wachstumsrate. Eine globale Rezession erachten wir als wenig wahrscheinlich. Die ohnehin erwartete wirtschaftliche Verlangsamung im 2. Halbjahr tritt damit früher und stärker ein. Abgeschwächt werden die negativen Wachstumseffekte dadurch, dass der Preisanstieg bei Energie und Rohstoffen den rohstoffproduzierenden Ländern wie Kanada, Australien und bestimmten Schwellenländern einen kräftigen Einkommenszuwachs beschert.

Deutlich höhere Inflation
Keine länderspezifisch geprägte Abfederung gibt es hingegen bei den Auswirkungen auf die Inflation. Die höheren Energie- und Rohstoffpreise treffen die Weltwirtschaft zum Zeitpunkt einer bereits angespannten Teuerungssituation. Viele Unternehmen kämpfen mit anhaltenden, bzw. sich verschärfenden Lieferschwierigkeiten. Wenig hilfreich ist, dass China an seiner strikten Zero-Covid-Strategie festhält. In unserem Hauptszenario rechnen wir mit einer Inflationsrate, die sich aufgrund des Ukraine-Krieges und der jüngsten Entwicklungen in China um kräftige 1,4 Prozentpunkte erhöhen und im Jahresdurchschnitt fast 6 Prozent erreichen wird.

Notenbank forcieren Zinswende
Üblicherweise reagieren Notenbanken abwartend auf einen sich eintrübenden Wirtschaftsverlauf. Angesichts der immer noch ultraexpansiven Geldpolitik und der rasant steigenden Teuerungsraten bleibt ihnen aktuell nichts Anderes übrig, als die Leitzinsen rasch zu erhöhen. Besonders das Fed, da die US-Teuerung bereits sehr hoch und der Arbeitsmarkt ausgetrocknet ist. Das Fed erachtet die Inflationsbekämpfung als ihre vordringlichste Aufgabe. An jeder der sechs verbleibenden Sitzungen 2022 wird deshalb der Leitzins erhöht werden, wobei auch Zinserhöhungen um 50 Basispunkte realistisch erscheinen. Die Risiken einer Stagflation haben insgesamt zugenommen.

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