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Wirtschaftsprognose - OKB

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Wirtschaftsprognose

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ts-wirtschaftsprognose-November-2021

4. November 2021

Weltwirtschaft und Wirtschaft Schweiz

Prognose erstellt durch BAK Economics

Weltweit kräftige Erholung – mit Störfaktoren

Für das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) erwartet BAK Economics in den Jahren 2021 und 2022 weiterhin eine kräftige Erholung. Allerdings lasten Störfaktoren aktuell stärker auf dem Erholungsprozess als bis anhin erwartet. Viele Industriebereiche kämpfen mit persistenten Problemen in den Lieferketten. Trotz der hohen Nachfrage wird das Aufwärtspotenzial im Industriesektor vor allem im restlichen Jahresverlauf 2021 deutlich begrenzt bleiben, bevor sich die angebotsseitigen Probleme im Jahr 2022 nach und nach abbauen werden.

In vielen südostasiatischen Staaten und China liegt der Fokus bei der Pandemiebekämpfung nach wie vor auf strikten Beschränkungen des gesellschaftlichen- und wirtschaftlichen Lebens. Der Hauptfaktor hinter den vielfältigen Knappheiten bei Vorleistungsgütern ist jedoch darin zu sehen, dass der Erholungsprozess nach dem Höhepunkt der globalen Pandemie deutlich stärker und schneller vonstattenging, als von den meisten Wirtschaftsakteuren erwartet. Zudem kam es bei wichtigen Produktgruppen, wie langlebigen Konsumgütern oder im IT-Bereich, zu einer Covid-bedingten Mehrnachfrage. Der zusätzliche Bedarf an entsprechenden Vorleistungen verstärkte die Knappheiten, insbesondere bei Halbleitern.

Ausgeprägte Erholung auch in der Schweiz

Die Schweizer Wirtschaft hat in den letzten Monaten zu einer ausgeprägten Erholung zurückgefunden. Angetrieben von der regen globalen Nachfrage liegen die Schweizer Güterexporte bereits seit Jahresbeginn 2021 wieder höher als vor der Krise. Nach den weitgehenden Öffnungsschritten hat sich auf den Sommer hin auch der Schweizer Dienstleistungssektor deutlich erholt.

Der Fokus bei der Pandemiebekämpfung liegt nun zwar klar auf Instrumenten wie Impfungen und Zertifikaten und nicht mehr auf umfassenden kontaktbeschränkenden Eindämmungsmassnahmen. Für den Erholungsprozess vieler Dienstleistungsbereiche nimmt dennoch der Gegenwind wieder zu. Gleichzeitig verliert die globale Industriekonjunktur an Dynamik. Zwar zeigt die Nachfrage nach Industriegütern ungebrochen nach oben. Die im Zuge der rasanten Erholung aufgetreten Lieferengpässe bei Vorleistungsgütern und Materialien werden jedoch noch für einige Monate das Wachstum limitieren. Die genannten Entwicklungen bewegen sich bisher in einem Rahmen, der in den nächsten vier Quartalen insgesamt eine immer noch kräftige Erholung erwarten lässt, wenn auch nicht so ausgeprägt, wie bislang erwartet.
 

Obwalden

Der Kanton Obwalden erholt sich wirtschaftlich sehr dynamisch von der Coronakrise. Vor allem in den Investitionsgüterbranchen ist die Entwicklung sehr positiv. Das Gastgewerbe liegt bei der Erholung noch im Rückstand, wird aber nächstes Jahr kräftig zulegen und dem Kanton Obwalden auch 2022 zu einem überdurchschnittlichen Wachstum verhelfen.

 

Bruttoinlandsprodukt BIP
Veränderung gegenüber Vorjahr

Diagramm Bruttoinlandsprodukt

 

Obwalden 2021

Im Kanton Obwalden verläuft die Erholung von der Coronakrise sogar noch stärker als im Schweizer Durchschnitt. Mit einem BIP-Zuwachs von 5,1 Prozent wird der Kanton Obwalden eine der höchsten Wachstumsraten aller Kantone erzielen. Ein Teil dieses überdurchschnittlichen Wachstums stammt aus dem grossen Aufholpotenzial, das der Kanton hatte, weil die Verluste im Krisenjahr überdurchschnittlich gross waren. Deshalb sind es vor allem Verlierer der Krise, die die Aufholjagd anführen. Wachstumstreiber sind die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, die bereits wieder ihre Güter sehr erfolgreich exportieren, und die Bauwirtschaft, die von öffentlichen Aufträgen profitiert.

Grosse Wachstumsbeiträge leisten ausserdem der Handel und die Konsumgüterbranchen, wie die Nahrungsmittel- und Genussmittelindustrien. Viele Branchen erholen sich bereits im Jahr 2021 wieder vollständig von der letztjährigen Krise. Das Gastgewerbe schafft es jedoch noch nicht, die enormen Verluste des Jahres 2020 zu kompensieren. Die Entwicklung der Logiernächtezahlen blieb deutlich hinter den Erwartungen, weil wichtige Gästegruppen wie die Westeuropäer bislang immer noch deutlich seltener den Kanton Obwalden besuchen.

Obwalden 2022

Für das kommende Jahr bleiben die Aussichten positiv. BAK Economics rechnet mit einem BIP-Wachstum von 3,8 Prozent. Es liegt weiterhin über dem Schnitt aller Schweizer Kantone. Der mit Abstand wichtigste Beitrag zu dieser Entwicklung kommt aus den Tourismusbranchen, die sich erst 2022 kräftig von der Krise im Jahr 2020 erholen werden.

Weiterhin wichtig und stützend bleiben die Investitionsgüterbranchen, wie die elektrischen Ausrüstungen und der Maschinenbau. Etwas schwächer wird im nächsten Jahr der stabilisierende Einfluss des Baugewerbes.

Arbeitsmarkt Obwalden

Dank der Kurzarbeitsentschädigungen und kantonaler Massnahmen, wie Härtefallgelder und privater Hilfsfonds, waren die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt sehr gering. Die Zahl der Beschäftigten stagnierte im Kanton Obwalden. Unter dem Strich gingen keine Stellen verloren. Zwischenzeitlich stieg die Arbeitslosenquote auf fast 1,5 Prozent. Aber im September 2021 lag sie schon wieder bei nur 0,7 Prozent und ist damit fast so tief wie zu Beginn der Krise. Damit hat der Kanton Obwalden zurzeit die zweittiefste Arbeitslosenquote aller Schweizer Kantone. Im laufenden Jahr wurden mit der wirtschaftlichen Erholung auch wieder Stellen geschaffen. Das Beschäftigungswachstum beträgt 0,6 Prozent und im Jahr 2022 sogar 1,4 Prozent. Branchenseitig kommen die kräftigsten Impulse aus der Bauwirtschaft und aus dem öffentlichen Sektor. Im kommenden Jahr werden mit der verzögerten Erholung auch im Gastgewerbe wieder Stellen geschaffen.

 

Beschäftigung
Veränderung gegenüber Vorjahr

Diagramm Beschäftigung
Die Zahl der Beschäftigten stagnierte im Kanton Obwalden. Unter dem Strich gingen keine Stellen verloren. (Quelle: BAK Economics)
Arbeitslosenquote


Diagramm Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote im Kanton Obwalden lag im September 2021 bei 0,7 Prozent und somit fast so tief wie zu Beginn der Krise. (Quelle: BAK Economics)

 

Branchen im Detail

Land- und Forstwirtschaft, Jagd, Be- und Verarbeitung von Holz

Diagramm Wertschöpfung Landwirtschaft und Holz

Wertschöpfung Landwirtschaft und Holz, Veränderung gegenüber Vorjahr (Quelle: BAK Economics)

Die Landwirtschafts- und Holzbranche konnte die Verluste des Krisenjahres 2020 noch nicht vollständig aufholen. Zwar wird sie in diesem Jahr die Wertschöpfung um 1,6 Prozent steigern können. Dieser Wert reicht jedoch nicht, um wieder auf das Vorkrisenniveau zu kommen. Vor allem in der Holzbranche geht die Erholung nur schleppend voran. Trotz steigender Preise und weltweit grosser Nachfrage sind die Exporte von Obwaldner Holz noch rückläufig. Vor allem die Ausfuhren nach Deutschland und Frankreich entwickeln sich nicht wie erwartet. Im kommenden Jahr wird die Erholung voraussichtlich weitergehen und eine vollständige Erholung von der Coronakrise wird Mitte Jahr 2022 erreicht sein.

Nahrungs- und Genussmittel

Diagramm Wertschöpfung Nachrungs- und Genussmittel

Wertschöpfung Nahrungs- und Genussmittel, Veränderung gegenüber Vorjahr (Quelle: BAK Economics)

Ähnlich wie die Landwirtschaft ist auch die Nahrungs- und Genussmittelindustrie krisenresistent. Im letzten Jahr resultierte nur ein kleiner Verlust von 0,4 Prozent. Deshalb ist das Aufholpotenzial deutlich geringer als in anderen Branchen und in der Lebensmittelindustrie anderer Kantone. Ausserdem kommt es teilweise zu Lieferschwierigkeiten bei den Rohstoffen und Kostensteigerungen beim Verpackungsmaterial, was zu höheren Einkaufspreisen führt. Insgesamt ist der Margendruck gross und wird sogar weiter zunehmen. Dies ist auch bei den Exporten von Obwaldner Nahrungsmitteln erkennbar, die im bisherigen Jahresverlauf vor allem nach Deutschland und die USA rückläufig waren. Trotzdem sind die Aussichten fürs ganze Jahr 2021 stabil und zuversichtlich und BAK Economics rechnet mit einem Wertschöpfungswachstum von 2,8 Prozent.

Im kommenden Jahr erwartet BAK Economics ein kräftiges Wachstum von 3,2 Prozent, was ungefähr dem Durchschnitt der gesamten Schweizer Lebensmittelindustrie entspricht. Bedingung für dieses kräftige Wachstum ist eine Erholung der Exporte nach wichtigen Absatzmärkten wie Deutschland und USA.

 

Chemie und Kunststoffwaren

Diagramm Wertschöpfung Chemie und Kunststoffwaren

Wertschöpfung Chemie und Kunststoffwaren, Veränderung gegenüber Vorjahr (Quelle: BAK Economics)

In der Obwaldner Chemie- und Kunststoffbranche zeigen sich sehr kräftige Erholungstendenzen. Die realen Exporte sind in den ersten acht Monaten 2021 um 23,9 Prozent angestiegen, wobei sich das kräftige Wachstum gleichermassen auf die beiden Warenarten chemische und Kunststoffprodukte verteilt. Die chemischen Produkte aus dem Kanton Obwalden sind vor allem in Deutschland sehr gefragt. Die Kunststoffprodukte gehen vor allem in die übrige Europäische Union. Deshalb dürfte die Bruttowertschöpfung der Chemie und Kunststoffwaren im Kanton Obwalden um fast 10 Prozent wachsen. Die Verluste des vergangenen Jahres dürften damit bereits wieder wettgemacht sein und das Vorkrisen-Niveau wäre bei weitem übertroffen.

Die Obwaldner Chemie- und Kunststoffindustrie sieht sich allerdings auch mit Schwierigkeiten und Risiken konfrontiert. Bei gewissen Produkten gibt es grosse Lieferverzögerungen beziehungsweise lange Lieferfristen. Es erhöhen sich die Einkaufspreise von Plastik, Magneten, Halbleitern und Elektronikteilen vor allem aus China. Deshalb wird sich die hohe Wachstumsdynamik des Jahres 2021 im nächsten Jahr abschwächen. BAK Economics erwartet für das Jahr 2022 einen reduzierten aber immer noch kräftigen Zuwachs der Wertschöpfung von 3,6 Prozent.

 

Investitionsgüter

Diagramm Wertschöpfung Investitionsgüterindustrie

Wertschöpfung Investitionsgüterindustrie, Veränderung gegenüber Vorjahr (Quelle: BAK Economics)

Auch die Investitionsgüterindustrien des Kantons Obwalden erholen sich kräftig von den Rückgängen durch die Coronakrise. Die Bruttowertschöpfung wird in diesem Jahr um über 10 Prozent wachsen. Die Exporte sind bis August 2021 kräftig gewachsen. Vor allem die für den Kanton wichtigen Branchen «elektrische Ausrüstungen» und Maschinenbau verzeichneten bereits wieder hohe Exportzahlen. Diese beiden Branchen sind für die Hälfte der gesamten Warenexporte des Kantons verantwortlich und tragen auch fast die Hälfte zum Zuwachs bei. Dabei verteilt sich der Erfolg auf alle Kontinente der Welt mit den Schwerpunkten in Europa und Nordamerika. Aber auch die Exporte nach Asien haben schon wieder kräftig angezogen. Damit ist die Investitionsgüterindustrie weiterhin ein wichtiger Treiber der Obwaldner Wirtschaft. Im Jahr 2022 wird sich die Dynamik mit dem wegfallenden Erholungspotenzial wieder normalisieren. Mit 4,1 Prozent ist das Plus aber immer noch kräftig.

 

Bauwirtschaft

Diagramm Wertschöpfung Bauwirtschaft

Wertschöpfung Bauwirtschaft, Veränderung gegenüber Vorjahr (Quelle: BAK Economics)

Die Bauwirtschaft war bereits im Krisenjahr 2020 eine wichtige und stabilisierende Stütze der Obwaldner Konjunktur und wird dies auch im laufenden Jahr bleiben. Ohne die Bauwirtschaft würde das BIP-Wachstum des Kantons 2021 um einen Prozentpunkt kleiner ausfallen. Innerhalb der Baubranche sorgen sowohl der Hochbau als auch der Tiefbau und das Baunebengewerbe für einen positiven Wachstumsbeitrag. Die grössten Impulse kommen jedoch aus dem Tiefbau, der im Kanton Obwalden – im Vergleich mit den anderen Kantonen – eine überdurchschnittlich grosse Bedeutung hat. Vor allem das Projekt «Hochwassersicherheit Sarneraatal» sorgt für eine positive Wertschöpfungsentwicklung. Aber auch im Hochbau sorgen Aufträge der öffentlichen Hand für eine gute Auslastung der Bauunternehmen. Dazu gehören beispielsweise die Ausbauprojekte von Alterswohnheimen in Sarnen, Alpnach und Giswil.

Im kommenden Jahr wird sich die Dynamik abschwächen. Zu den Problemen und Risiken gehören die hohen Einkaufskosten sowie Lieferengpässe bei den Rohmaterialien. Dies und Mehrkosten für die Einhaltung der Sicherheitskonzepte führen zum Teil zu tieferen Margen.

 

Gastgewerbe und Tourismus

Diagramm Wertschöpfung Gastgewerbe und Tourismus

Wertschöpfung Gastgewerbe und Tourismus, Veränderung gegenüber Vorjahr (Quelle: BAK Economics)

Das Gastgewerbe war eine der Branchen, die am stärksten durch die Covid-19-Pandemie betroffenen war. Für fast drei Monate kam es im Jahr 2020 zu einem nahezu vollständigen Stillstand der wirtschaftlichen Aktivitäten. Mehr als die Hälfte der Wertschöpfung ging verloren. Für das Jahr 2021 erwartete BAK Economics deshalb eine kräftige Erholung. Diese ist jedoch leider nicht eingetreten. Die Logiernächte sind bis Juli 2021 im Vergleich zur Vorjahresperiode erst um 0,9 Prozent angestiegen. Im August hat sich die Lage etwas verbessert und bis Ende Jahr sollte ein deutlicheres Plus resultieren. BAK Economics rechnet mit einem Wertschöpfungszuwachs von insgesamt 14,5 Prozent, womit der Obwaldner Tourismus aber immer noch deutlich unter dem Vorkrisenwert stehen wird.

Die eigentliche Erholung des Gastgewerbes im Kanton Obwalden erwartet BAK Economics erst im kommenden Jahr. Anlass zur Hoffnung geben dabei die hohen Wachstumsraten bei Gästen aus Osteuropa, Spanien und den Golfstaaten. Wenn weitere wichtige Gästegruppen nach Obwalden zurückkehren, wie beispielsweise die Westeuropäer, wird die Wertschöpfungsentwicklung deutlich besser sein als noch 2021.

 

Konjunktur und reale Wertschöpfung

Konjunkturindikatoren Kanton Obwalden
saisonbereinigte Werte | prozentuale Veränderung gegenüber Vorquartal

Konkunkturindikatoren
(Quelle: BAK Economics)

Reale Wertschöpfung Kanton Obwalden
​​​​​​prozentuale Veränderung gegenüber Vorjahr

reale Wertschöpfung
(Quelle: BAK Economics)

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